Es sind die kleinen Dinge, 
die einem Mut machen. 
Am 13. Juli wollte es der Zufall, dass an einer Eryngiumpflanze eine auffällige Wespe in Erscheinung trat.

Es war eine Borstige Dolchwespe (Scolia hirta), die sich vom Nahrungsangebot der Staudenbeete rund um das Schieferhaus 
hat anlocken lassen.

Bei Wikipedia findet man zu ihr
folgende Informationen:
Die Borstige Dolchwespe (Scolia hirta) ist in Deutschland sehr selten und als vom Aussterben bedroht eingestuft. Erst in jüngerer Zeit, wohl durch klimatische Veränderungen begünstigt, findet eine leichte Erholung der Populationen in den östlichen Bundesländern statt. 

Ein paar Hummeln gefällig?

Ende Juni steht der 
Lavendel am Eingang des Schieferhauses in voller Blüte.

Ein Fest für die unterschiedlichsten Hummelarten

Alle Bilder wurden innerhalb weniger Minuten gemacht. 

Und heimlich hat sich ein Schmetterling unter die Hummelgesellschaft gemogelt.

Frühsommerimpressionen

Überall blüht es, überall brummt es.


Das Sedumdach entwickelt sich prächtig und wird rege von Insekten besucht.


Man beachte die modebewusste Biene mit 
rosafarbenen Pollenbeinen, Ton in Ton mit der Knautie.


Und unterm Schwalbennest liegen Schalen, da gibt es wohl Nachwuchs :-)


Möglichst viele Rehkitze vor dem Tod durch 
landwirtschaftliche Maschinen zu bewahren: 
das hat sich die Rehkitzrettung Wippra auf die Fahne geschrieben.

Und das möchten wir mit aller Nachdrücklichkeit unterstützen.
Spendenkonto: Volksbank Magdeburg
IBAN DE19 8109 3274 0001 1358 30
Verwendungszweck: Rehkitzrettung Wippra


Na, wen haben wir denn hier???

Mitte Mai 2026:
Am Wipperufer, direkt am Schieferhaus, gibt es offensichtlich einen neuen Bewohner.

Aktuelles zur "Naturschutzstation" 
Ende April 2026

Wie auf dem ersten Foto deutlich zu erkennen ist, hat es sich der erste Gast im Insektenquartier gemütlich gemacht. Ein Insekt im klassischen Sinne ist es zwar nicht, aber besser als gar nichts  :-)
Wenn man sich die zwei nächsten Fotos genauer anschaut, sieht man deutlich, dass außer der Katze auch andere Mieter eingezogen sind: In der "Lehmwand" sind verschiedene Bohrkanäle zu erkennen, und einzelne Bohrlöcher in den Holzstämmen sind auch schon "befüllt".
Der letzte Schritt ist getan, das zeigt das vierte Foto: das Schutzdach wurde mit sogenannten Sedummatten begrünt. Diese Sedum-Mischmatten bestehen aus etwa  12 verschiedenen Sedum-Arten, die allesamt sehr genügsam und anspruchslos sind. Durch die Kombination verschiedener Arten ergibt sich eine schöne Variation in Farbe, Höhe und Blütezeit und damit einen Lebensraum für die unterschiedlichsten Insekten.

Frühlingsboten

Passend zum Frühlingsanfang zeigt sich das Wetter von seiner sonnigen Seite.
Und ehe man es sich versieht, blüht es überall...

Und nicht nur die Blumen läuten den Frühling ein, auch die Vögel starten in die Brutsaison. Und damit es der Nachwuchs schön kuschlig hat, haben wir einen Meisenknödelhalter kurzerhand umfunktioniert in einen Wollspender, an dem sich die Vögel selbst bedienen können.

Bunte Blumenbeete rund um´s Schieferhaus

In den vergangenen zwei Jahren haben wir alle möglichen Flächen mit den unterschiedlichsten Blütenstauden bepflanzt. Die einzelnen Arten wurden so gewählt, dass vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst ein durchgehendes und reichhaltiges Blüten-/Nahrungsangebot für eine Vielzahl von Insekten zur Verfügung steht. Die folgenden Bilder sind vom September 2025.

Auf den folgenden Bildern kann man sehen, dass die Blumenbeete 
von den unterschiedlichsten Insektenarten besucht werden

Hier ein paar Impressionen vom 10. November 2025:
Nach wie vor blühen unter anderem Ringelblumen und Phacelia, die rege von unterschiedlichsten Insekten, wie z.B Schwebfliegen, besucht werden.
An den Futterstationen tummeln sich verschiedene 
Meisenarten (hier zwei Blaumeisen) und Kleiber.

Ein Hummelnest für Erd- und Steinhummeln

Mit der fleißigen Unterstützung von Philipp und Günther
haben wir zwei Hummelnester für Erd- und Steinhummeln gebaut.

Zutaten:
- 2 Tontöpfe – je 4 l mit 2 cm Abflussloch
- Kiesel
- Schafswolle
- Kleintier-Einstreu
- Getrocknete Blätter
- Geriffelter Schlauch 2 cm Durchmesser
- Steinplatten 

Gegen Ende Februar erwachen die Hummelköniginnen aus dem Winterschlaf. 
Zeitig im Frühjahr, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen über 
die Felder und Gärten streichen, machen sie sich auf die Suche 
nach einer Behausung, um ein neues Volk zu gründen.  

Dabei kann man sie unterstützen: 
Königinnen auf der Suche nach einer neuen Behausung fliegen 
im Zickzack und "bodennah", um geeignete Nistplätze zu finden. 
Da Erd- und Steinhummeln in der Regel Mäusebauten bevorzugen, 
sollte man versuchen diese so naturgetreu wie möglich nachzubauen.
In einem Mäusenest findet sich gewöhnlich eine Mischung aus Mäusehaaren, Blättern und Moos.  Um dies zu simulieren haben wir uns für unser Hummelnest für eine Mischung aus Kleintier-Einstreu, trockenen Blättern und Schafswolle entschieden.
 Zum Beginn muss ein Loch ausgehoben werden, das tief genug ist die 2 Tontöpfe und eine Drainageschicht aus Kieselsteinen zu fassen. Der Kies ist wichtig, damit Regenwasser ordentlich abließen kann, die Tontöpfe keine Staunässe abbekommen und das Hummelnest trocken bleibt. Die Kiesschicht sollte etwa eine Dicke 
von 10 cm aufweisen und die Töpfe allseitig umfassen. 
Nun füllt man die Kleintier-Einstreu in die liegenden Töpfe zu etwa 2/3 der Höhe bis zum Abflußloch. Das restliche Drittel bis zur Unterkante des Ablußlochs füllt man mit Schafswolle und ein paar trockenen Blättern auf. Nachdem die Töpfe gefüllt sind, legt man sie, mit den Öffnungen zueinander zeigend, in das Erdloch.  Anschließend schneidet man den Schlauch in zwei Teile und führt je ein Stück davon 2-3cm in die Ablauflöcher der Töpfe ein. So liegt der Schlauch direkt an der Schafswolle an, und die Hummeln können bequem ein und ausgehen.  Danach werden die Töpfe und die Schläuche vollständig zuerst mit Kieseln und dann mit einer Schicht Erde bedeckt. 
Die Schläuche sollte hierbei noch ein Stück aus der Erde herausschauen. 
Die Erde wird anschließend etwas angedrückt. 
Nun legt man über die Stelle wo die Töpfe in der Erde liegen eine Steinplatte,
 damit diese Stelle trocken bleibt. 

Werdet Insektenretter!

Gegen das Insektensterben und für Artenvielfalt kann jede/r einen Beitrag leisen, indem zum Beispiel Blühflächen geschaffen werden, die Insekten Nahrung geben. Um genau das zu fördern und vor allem Kinder für die Problematik zu sensibilisieren, sind wir Teil des Netzwerks "Bienenfutterautomaten" geworden und haben am Schieferhaus einen ehemaligen Kaugummiautomaten aufgehängt, an dem sich nun für 50 Cent Kapseln mit Blühmischungen samt Anleitung ziehen lassen. Die leeren Kapseln können anschließend zur Wiederbefüllung wieder zurück gegeben werden.
Viel Spaß beim Insektenretten!

Eine Naturschutzstation 
hinterm Schieferhaus

Im Frühjahr 2025 haben wir außerdem damit begonnen, 
hinter dem Schieferhaus eine Fläche von ca. 5 x 5 m zu einem Ort
zu entwickeln, wo auf engstem Raum die unterschiedlichsten Tiere 
Unterschlupf, Nahrung, Winterquartier oder Brutplatz finden.
Schritt für Schritt wird dieser Platz immer weiter modifiziert und ausgebaut. 
Ab Frühjaht 2026 wird man dann Bienen, Hummeln, Käfer und mit viel Glück auch Amphibien und Reptilen beobachten können, wie sie ihrem Tagwerk nachgehen.

Schritt 1
Ein Sandarium für Wildbienen

Das erste Element der Naturschutzstation ist ein Sandarium, das sehr gern von ganz unterschiedlichen Wildbienenarten genutzt wird.
Dafür haben wir zwei Kästen mit den Maßen 100x50x70 cm aufgestellt 
und mit sogenanntem Bienensand gefüllt. 
Wichtig ist hier vor allen Dinge die Tiefe des Kastens von 50 cm! 
Der Boden des Kastens solte Drainagelöcher haben, damit Regenwasser ablaufen kann. 
Der ideale Platz für ein Sandarium ist hell, warm und trocken. 
Ganz wichtig ist die Art des Sandes: es muss UNBEDINGT ungewaschener Sand sein, der sich durch hohe Stabilität und geringe Rieselfähigkeit auszeichnet. denn nur so ist gewährleistet, dass die Gänge, die die Wildbienen graben, nicht in sich zusammenfallen.
Beim Einfüllen des Sandes muss immer wieder mal nachverdichtet 
und angedrückt werden, um die Stabilität zu gewährleisten.
Ist der Sand bis an die Kastenkante eingefüllt, sollte man dafür Sorge tragen, dass die Oberfläche ein kleines, kaum erkennbares Gefälle aufweist, damit Regenwasser zügig ablaufen kann. Anschließend spannt man einen Kaninchendraht oben drüber, der Katzen und andere Tiere vom Scharren abhält, für die Bienen jedoch kein Hindernis darstellt.

Schritt 2
Nistholzblöcke für Wildbienen

Im zweiten Schritt haben wir uns dran gemacht, Buchenholzblöcke als Nistplätze für unterschiedliche Wildbienen zu präparieren. Die Holzblöcke wurden von der Borke befreit, an manchen Stellen mit Schleifpapier etwas geglättet und übereinander geschichtet. Mit Holzbohrern wurden nun im Abstand von 2-3 cm unzählige Löcher mit vielen unterschiedlichen Gangweiten (3 bis 8 mm) gebohrt. Wichtig ist die Bohrtiefe; hier gilt die Faustregel: 3 mm Bohrdurchmesser-3 cm Bohrtiefe, 5 mm Bohrdurchmesser-5 cm Bohrtiefe usw. Die Bohrlöcher müssen glatt sein, (also frei von Splittern und Graten) ebenso wie die Bohrgänge, damit sich die Bienen nicht verletzen. Wichtig ist außerdem, dass die Gänge frei von Bohrmehl sind. Die Bohrlöcher sollten leicht von unten nach oben verlaufen, damit kein Wasser hineinlaufen kann. 

Schritt 3
Strangfalzziegel

Strangfalzziegel sind spezielle Dachziegel aus gebranntem Ton, die von parallelen Hohlkammern durchzogen sind. Die runden oder ovalen Öffnungen dieser Röhren liegen nebeneinander an den Stirnseiten der Ziegelplatten. Strangfalzziegel haben, je nach Fabrikat, Löcher von 5–8 mm Durchmesser. Das ist für viele Wildbienen genau richtig. 
Mit solchen Ziegeln können Sie ihnen daher mit wenig Aufwand  
stabile, wetterbeständige Nisthilfen anbieten.

Achtung, es gibt mehrere Modelle Strangfalzziegel! 
Achten Sie darauf, dass es  die richtigen Ziegel sind. Normale Lochziegel, 
wie sie zum Mauerbau üblich sind, haben viel zu weite Löcher. 
Wenn die Öffnungen der Ziegelhohlräume durch den Produktionsprozess sehr scharfkantig oder etwas zusammengedrückt sind, sollte man sie mit einer Bohrmaschine (mit Steinbohrer in der entsprechenden Dicke) aufbohren und dabei zugleich glätten.

 Weil die Röhren in den Ziegeln vorn und hinten offen sind, muss man sie hinten mit etwas Lehm verschließen. Wenn es nämlich im Inneren nicht dunkel ist, nehmen die Bienen sie nicht als Brutröhren an. 
Am besten, man stapelt mehrere Strangfalzziegel turmartig übereinander: Hauptsache, die Brutröhren sind waagerecht ausgerichtet!  

Die Hohlkammern von Strangfalzziegeln werden von einer ganzen Reihe von Bienen als Nistkammern angenommen. Unter anderem finden sich die häufige Rote oder Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) und die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) ein. 
Auch die Glänzende Natternkopf-Mauerbiene (Osmia adunca), die Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella) oder die Bunte Blattschneiderbiene (Megachile versicolor) gehören zu typischen Arten, die in Strangfalzziegeln nisten. 


Schritt 4
Ein Winter-/Sommerquartier 
aus Pflastersteinen

Ein herrlicher Herbsttag im Oktober bot sich förmlich an, 
um an unserem kleinen Naturschutzprojekt weiterzubauen.
Aus mehreren Dutzend Pflastersteinen, die übrig waren, haben wir eine Art Trockenmauer in südlicher Ausrichtung gebaut, die von vorn und von beiden Seiten zugänglich ist und im Innern ein durchgehendes Gangsystem aufweist.
Im Sommer können sich hier Insekten und Reptilien wärmen und sonnen, Amphibien finden im Innern einen kühlen, feuchten Unterschlupf an heißen Sommertagen, und
im Winter dient das Bauwerk als Überwinterungsplatz. 

Der Eisvogel kann kommen

An der Brücke am NP in Wippra wurde er schon gesichtet, ein Eisvogel.
Daraufhin haben wir zwei Brutröhren besorgt und im Herbst 2024 am Ufer der Wipper 
im beschleunigten Genehmigungsverfahren mit Holz und Erde zwei Einfamilienwohnungen für Eisvögel errichtet.
Nach mehreren Wochen sind die Wohnungen schon hübsch 
in die Uferumgebung eingebettet.
Jetzt muss er oder sie das neue Zuhause nur noch finden.

Naturschutz rund um`s Schieferhaus

Neubauten sind in der Regel hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes "steril" und nicht zu gebrauchen. Keine Ritze weit und breit, voll isoliert und hermetisch abgeriegelt. Vögel, Insekten oder auch Fledermäuse finden da praktisch keine Lebensräume. 
Doch auch bei der Sanierung von Altgebäuden werden häufig Brut- und Nistplätze von Fledermäusen, Vögeln und Insekten zerstört. Dabei bieten gerade Altgebäude beste Möglichkeiten, Naturschutzmaßnahmen bei der Sanierung zu integrieren, da in der Regel bereits vielfach Lebensräume vorhanden sind.
Wir möchten bei der Sanierung des Schieferhauses daher den umgekehrten Weg gehen und Denkmalschutz mit Naturschutz verbinden, indem wir Lebensräume für Insekten, Vögel, Fledermäuse und Säugetiere schaffen.
Bei der Erarbeitung eines Naturschutzkonzepts für das Schieferhaus haben wir mit vielen fachkundigen Menschen gesprochen: Vertreterinnen des Umweltamtes, Ornithologen, Fledermausexperten und andere mehr.
Im Ergebnis sind konkrete Maßnahmen entstanden von Fledermausquartieren, Nistmöglichkeiten für Vögel, Blütenwiese und Unterschlupf für Insekten bis hin zur Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern entlang der Wipper für Eichhörnchen und Haselmäuse.
Nester für Mehlschwalben sind bereits an Nebengebäuden angebracht und Bruthöhlen für Höhlenbrüter und Mauersegler in der Fassade integriert. Auf dem Dachboden wurden Spaltenquartiere für Fledermäuse angebracht und der ehemalige Bierkeller wird als Winterquartier für Fledermäuse hergerichtet. Am ehemaligen "Gefängnis" wurde am der Giebel ein Brutkasten für Turmfalken und weitere Fledermausquartiere angebracht. Vor dem Schieferhaus und am Rand der Wiese entlang der Wipper finden Eichhörnchen schicke Baumhäuser und an verschiedenen Futterstellen an Bäumen Nahrung. Doch das ist noch nicht alles.
Entlang der Wipper wurde Wohnraum für Haselmäuse und Hornissen geschaffen und ein Teil der Wiese hinter dem Schieferhaus wird als Blühfläche für Insekten angelegt. Die Sträucher für die Haselmäuse sind bereits gepflanzt.
Nach der Umsetzung sollen die Maßnahmen auch anschaulich für Führungen und Weiterbildungen genutzt werden.

Unser Naturschutzprojekt wird unterstützt von der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt.
Dafür vielen herzlichen Dank!